Meine Eltern zu Besuch in Chile Part 2

Hallo zusammen,

so nachdem in der letzten Zeit so viel passiert ist, dass ich gar nicht mehr dazu gekommen bin den Blog weiterzuschreiben, so will ich heute mal wieder da anknüpfen wo ich aufgehört habe.

Am darauf folgenden Tag ging unsere Reise weiter nördlich nach Valdivia, welches an der Pazifiküste liegt und machten eine Bootstour durch die Forte und Flüsse die an dieser Stadt zusammen in den Ozean fließen. Abends waren wir noch in einer Chocolatería in der wir eine heiße Schokolade wirklich mit Schokolade bekamen und dazu die wohl besten Sandwiche südlich von Santiago!

Pucón hieß der nächste Ort auf unserer Reiseroute und so ging es am nächsten Morgen weiter nördlich nach Pucón. Pucón ist der Touristenort hier in Chile und von daher war mitten in der Pampa auf einmal die Hölle los. Nachdem wir nach einigen Schwierigkeiten unser Hotel gefunden hatten, fuhren wir mit unserem Auto zu einem See der etwas außerhalb von Pucón liegt und da hätten wir das erste Mal den Pickup gebraucht!

In Chile gibt es nicht immer umbedingt asphaltierte Straßen, daher muss man immer genau in die Karte schauen ob die Straße noch rot gemalt ist oder ob sie schon weiß geworden ist. Weiße Straßen sind auf jeden Fall schon einmal Schotterpisten und wenn die weiße Linie in der Karte auch noch gestrichelt ist wird es ganz fies!

Der Vulkan an dessen Fuß Pucón liegt zeigte uns leider nicht da es leider ein sehr wolkenreicher Tag war und so ging es ohne den Vulkan Villarrica mal in seiner vollen Pracht gesehen zu haben wieder zurück Richtung Süden nach Osorno.

Osorno hatte Puerto Montt nicht gerade viel entgegenzusetzten und lag auf der Hässlichkeitsscale gleich auf. Hier allerdings hatten wir zuvor ein Hotel reserviert und daher konnten wir nicht mehr fliehen. Da aber nur 40 km östlich der Stadt ein riesiger Nationalpark beginnt, zogen wir diesen der Stadtbesichtigung vor.

Der Nationalpark hat auch heiße Quellen zu bieten und so fuhren wir diese erstmal an. Auf dem Schotterplatz stellten wir dann fest … Ein Reifen ist platt!… Watten scheiss! Aber es half ja alles nichts und so hieß es erst einmal: Wagenheber und Ersatzrad raus! Geil!

Nach unserer Reifenwechselnummer ging es dann in die vollendete Pampa mit Dreckpiste und Schlaglöchern die eigentlich eher Schlagabgründe genannt werden müssten. Und als unsere Karre selbst dies gemeistert hatte, fielen oben angekommen als erstes mal die Worte: Och, so schlecht ist unsere Karre ja eigentlich gar nicht! Wer braucht schon nen Pickup!

Zurück aus der Pampa machten wir das, was man am besten in Osorno machen kann…Steak essen! Nach einem echt mal wieder perfekten Steak mit gutem Wein ging es in unseren Wohncontainer, perdón Hotel, zurueck.

Doch zuvor, als wir unser Auto erreichten, kam ein völlig betrunkener Parkwächter auf uns zu und wollte die Parkgebühr kassieren. Nur leider war er so am lallen das ich kaum ein Wort verstand. Als ich das dritte Mal nachfragte wieviel er denn wolle, pampte er mich nur noch an ob ich den Argentinier sei oder warum ich ihn nicht verstehen würde … nachdem ich mir das Lachen kaum noch verkneifen konnte und es direkt meinen Eltern übersetzte fuhren wir mit einem Grinsen auf den Lippen wieder in unseren Wohncontainer.

Aber dieses Hotel war echt spitze! Ich bin ja schon einiges an dünnen Waenden hier in Chile gewohnt, aber dies waren wirklich nur harte Vorhänge und der Flur war tapeziert mit Sackleinen. Wie schick! Und mal wieder war das schlechteste Hotel das teuerste! Wie gut wenn man keine Konkurenz hat! Gut, wozu auch in Osorno!

Am Samstag ging es zurück nach Puerto Varas, allerdings nur zum schlafen, da wir uns in der Nähe einen anderen Nationalpark anschauen wollten. An diesem Tag hat es allerdings ganz schön geregnet und wir mit unserem Mitsubishi wieder in die Pampa. Aber selbst dies konnte dem Wagen nichts anhaben, auch wenn es manchmal richtig knapp war, als schon die Räder im Hang anfingen im Schlamm durchzudrehen und wir schon den Bagger uns rausziehen gesehen haben. Aber auch hier gilt immer die Devise, bloss nicht so langsam werden, immer mit ordentlich Schwung durch die Matsche!

Am Ende der „Straße“ angekommen konnten wir uns die Wasserfälle von Petrohué anschauen und die waren schon gewaltig.

Die Landschaft in diesem Nationalpark sieht irre aus, da es nur ein paar Büsche gibt die auf dem Vulkangestein sich überhaupt pflanzen können.

Am Sonntag, unserem letzten Tag, machten wir noch eine Planänderung und fuhren nach Castro auf Chiloé um uns die Pfahlbauten dort anzuschauen. Die Landschaft von Chiloé ist ziemlich grün und man sieht direkt…Hier regnets viel! Allerdings hatten wir in Castro das Megaglück einen von nur 5 Sonnentagen im Jahr zu bekommen und konnten so ohne Regenschirm durch das Städtchen laufen.

Am Abend ging es dann wieder zurück nach Puerto Montt um das Auto abzugeben und zurück nach Santiago zu fliegen. Da weit und breit keine Tankstelle in Flughafennähe zu finden war, brachten wir den Wagen mit etwas weniger Sprit zurück wie gefordert.

Der Mann vom Schalter meinte das nun seine Stunde geschlagen hätte und forderte für vielleicht 5 Liter Sprit 16.000$ (ca. 20 Euro) und zudem fehlte auch noch der Zigarettenanzünder, welcher da bin ich mir sicher auch schon vorher gefehlt hatte. Stolze 20.000$ wollte er auch für diesen haben. Natürlich brach daraufhin erst einmal eine riesen Diskussion darüber aus was ein Zigarettenanzünder kosten würde, da wir nicht breit waren 25 Euro für einen doofen Anzünder zu bezahlen den wir noch nicht einmal versockt hatten. Naja nach viel hin und her einigten wir uns darauf 25.000 für Sprit und Anzünder zu zahlen, ziemlich teuer aber da wir auch nichts nachweisen konnten blieb uns nichts anderes übrig und mit einem „A***“ in Gedanken verabschiedeten wir uns und stiegen in den Flieger.

Wieder in Stgo gelandet, trafen wir uns am nächsten Abend mit Carolina und Amanda zu einem Barbecue auf der Dachterrasse mitten in der Stadt, um meinen Eltern auch einmal die Stadt bei Nacht zu zeigen und um auch einmal einen der geilen Sonnenuntergänge hier mitzuerleben.  Nach einem schönen Abend, ein paar Weinflaschen und zwei guten Zigarren fuhren wir am nächsten Tag nach Valparaiso.

Ich zeigte meinen Eltern die Sehenswürdigkeiten der Stadt, die Gemälde an den Hauswänden und das Haus von Pablo Neruda und am nächsten Tag machten wir einen Ausflug nach Viña del Mar um meinen Eltern auch einmal die Stadt zu zeigen, in der ich demnächst wohnen wollte.

Am Abend fuhren wir nach Stgo zurück, machten am nächsten Morgen noch ein schönen Frühstück und anschließend ging es für meine Eltern wieder zum Flughafen und wieder zurück nach Deutschland.

Es war ein richtig schöner Trip mit meinen Eltern im Süden. Sehr viele verschiedene Eindrücke dort gewonnen und auch wenn wir nicht alle Vulkane in voller Pracht sehen konnten, sind sie dennoch sehr beeindruckend und die Seenlandschaft wunderschön!

Eine Antwort zu „Meine Eltern zu Besuch in Chile Part 2“

  1. Jens sagt:

    Hast du im Neruda Haus meinen Lonely Planet gefunden? ;)

    Oh Castro, was ein Regenloch! War nur 1,5 Tage da. Die Stadt zusammen mit dem Regen konnte mich nicht länger da halten. Da hattest du echt den Papst in der Tasche, dass ihr einen Sonnentag erwischt habt. Habt ihr denn auch Curanto gegessen? Dieses Gericht und die Likörfrau auf dem Markt waren meine Castro Highlights. Seid ihr denn auch in die Kirche in Castro reingegangen? Ist eine sehr schöne Holzkirche, wie sie dort ja viele haben. Ich fand die Gas-Heizpilze in der Holzkirche eine tolle Kombination. Welche Versicherung deckt sowas wohl ab?

    Klingt nach einem tollen Trip. Ja, das Wetter kann einem im Süden echt einen fetten nassen Strich durch die Rechnung machen.

    Und wie läuft das Leben nach dem Terremoto?
    Grüße!

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