¡Un fin de semana en Argentina!

Dieses Wochenende war ich mit Carolina in Mendoza, Argentina. Wir sind direkt Freitagabend nach der Arbeit abgefahren, da die Fahrt dorthin doch immer zwischen 6 und 7 Stunden dauert. Es sind zwar nur knapp 400km allerdings existiert nur eine Landstraße über die Anden als Verbindung zwischen Santiago und Mendoza. Nachdem wir anfänglich Schwierigkeiten hatten unseren Bus zu finden, da das Busterminal riesig in Santiago ist und sich sogar über mehrere Gebäude erstreckt, machten wir es uns erst einmal bequem.

Die Fahrt bis zur Grenze war sehr kurzweilig, da es sowieso schon dunkel war und der Bus so bequem, dass wir die Fahrt dorthin erst einmal geschlafen haben. Der argentinische Zoll ist recht unkompliziert, der Mann brauchte zwar ein paar Anläufe um meine Aufenthaltsdauer in Chile nachzurechnen aber danach hatte ich ratzfatz meinen Stempel im Pass und es ging zum Gepäckcheck.  Der Grenzübergang liegt ziemlich hoch in den Anden und es war mal richtig kalt. Natürlich waren wir alle sommerlich gekleidet da in Santiago auch noch am Abend angenehme 25 Grad waren. Beim Gepäckcheck wurden wir zwar höflich darum gebeten alle unsere Sachen einmal auf einen Tisch zur Kontrolle zu legen, allerdings war es wohl schon so spät das die Kontrolle dann doch ausfiel und wir all unsere Sachen wieder zurück kramen durften.

In Mendoza angekommen hieß es erst einmal warten, da es halb 6 Uhr morgens war und noch keine Socke auf den Beinen war. Vor dem Busterminal konnten wir zum Glück einen Kaffee ergattern, allerdings war dies auch das einzigste was man zu dieser Zeit dort bekommen konnte.

Um halb 7 pünktlich zum Sonnenaufgang erwachte dann plötzlich die Stadt und schwubs kamen die Leute aus ihren Löchern gekrochen. Wir nahmen uns erst einmal ein Taxi bis ins Zentrum, da wir noch keine Entscheidung über ein Hotel getroffen hatten. Das Taxi war allerdings Museumsreif, genauso wie der Fahrer. Es war ein uralter Peugout und er fiel auch schon hier und da auseinander, allerdings war ich so von dem Taxi und dem Fahrer angetan das wir die Fahrt genossen. Der Fahrer war ein Urgestein aus der Stadt und es war ein alter Mann mit einem langen weißen Bart und ich glaube er fuhr dieses Taxi schon seitdem es vom Band gerollt ist.

Im Zentrum suchten wir uns ein nettes Hotel und frühstückten erst einmal. Nach dem Frühstück begann dann das Sightseeing durch die Stadt und es ist ein wirklich schönes Städtchen. Manchmal fühlt man sich in der Zeit zurückversetzt, da das Stadtbild durch die Straßenzüge und die Autos sehr von den 70ern und  80ern geprägt ist. Argentinien ist vom Preisniveau nochmal deutlich unter dem chilenischen und so kann man dort sehr gut und viel Essen und bezahlt nie mehr als umgerechnet 5 Euro, selbst ein Steak mit Wein kostet nicht mehr.

Am Nachmittag haben wir uns noch ein paar schöne Parks angeschaut die liebevoll mit Mosaiken und kleinen Fliesen dekoriert waren und an diesem Tag gab es sogar noch einen kleinen Trödelmarkt bei dem so mancher Gegenstand auch gut im Museum hätte liegen können.

Natürlich konnten wir es uns auch nicht nehmen lassen am Abend ein schönes Steak und eine Flasche argentinischen Rotwein zu uns zunehmen. In der Stadt selber gibt es gar nicht so viel zusehen, allerdings gibt es viele kleine und schöne Restaurants und Parks.

Am späten Abend ging es dann ins Casino und dies kann sich sehen lassen! Es ist ein wirklich schönes Casino mit vielen Automaten, aber auch Blackjack, Poker und sonstigen Spieltischen. Unser Traum vom schnellen Geld wurde  allerdings nicht wahr und unsere 10 Euro Spielgeld waren nach einer halben Stunde futsch. Egal! Nach einem Rum-Cola , der es verdammt nochmal in sich hatte, Respekt an dieser Stelle nochmal an den Barkeeper der echt nicht mit dem Rum gegeizt hat, hatten wir schließlich gut einem im Tee und wir konnten glücklich nach Hause wakkeln.

Am nächsten Morgen nach einem ausgiebigen Frühstück ging es auf zum Expressshoppen, da wir nur noch 2Stunden Zeit hatten und wir noch unbedingt Wein und Schokolade einkaufen wollten, da diese Ausgesprochen gut aus Mendoza sind.

Als wir eigentlich schon Richtung Busterminal aufbrechen wollten entdeckten wir noch den Mercado Central von Mendoza und auch wenn der Zeitdruck groß war machten wir noch eine schnelle Runde über ihn. Am Ende kauften wir noch Kirschen für die Rückfahrt (0,7kg, leider weiß ich dies nun sehr genau) für 10 argentinische Pesos (1,40Euro).

Da wir nur noch eine halbe Stunde Zeit hatten nahmen wir uns schnell ein Taxi, holten noch kurz unsere Sachen aus dem Hotel und fuhren direkt zum Busterminal. Die Bustour zurück war landschaftlich ein Fest für die Augen und der Fotoapparat lief heiß.

Zwischendurch wurde dann die Visa für Chile schnell ausgefüllt und wir einigten uns noch schnell darauf die Kirschen, die man nicht in Chile einführen darf, noch vor der Grenze aufzufuttern und sie somit nicht im Visaantrag zu deklarieren. Als man sich an der Landschaft satt gesehen hatte blieb ja noch genug Zeit ein bisschen zu knacken.

An der Grenze aufgewacht hieß es dann für alle aussteigen und Visa abholen. Also machten wir uns mit allen anderen auf dem Weg zum Zoll und holten unsere neue Visa ab. Anschließend ging es zur Gepäckkontrolle und wir packen schön all unser Hab und Gut auf die Tische. Als der Spürhund anfing an all den Sachen herum zu schnuppern und auf einmal plötzlich einen Freudenanfall an unseren verbotenen Kirschen erlitt, schlug seine Laune förmlich in den Himmel. Uns entglitten hingegen jegliche Gesichtszüge  und unsere Laune erreichte einen rekordverdächtigen Tiefpunkt. Während der Zollbeamte mal ziemlich angepisst darüber war, das wir Verbrecher versucht haben Kirschen zu schmuggeln und auch nicht mit sich reden ließ ging es erst einmal ins Buero. Schön an der Situation war allerdings, dass der Hund nun sein dummes Bällchen wieder hatte und die Kontrolle damit für ihn und dem Zoll beendet war und der Rest der Reisegruppe (mehr als die Hälfte) nun wieder, unkontrolliert und ganz in Ruhe, ihre Schmuggelware in den Bus räumen durfte. So manch einer sah plötzlich sehr erleichtert aus, da es noch andere gab die die Taschen voll mit Lebensmitteln und wer weiß was sonst noch hatten. ;)

Carolina und ich einigten uns noch schnell darauf, dass sie sich alleine für diesen Vorfall eintragen lässt, da solche Vorfälle für Ausländer auch gerne einmal sehr teuer werden und auch mal schnell zu einer ungewollten Verkürzung des Aufenthaltes in Chile führen können und sie deutlich weniger als Chilenin befürchten muss. (Gut das man eine Freundin hat auf die man alles schieben kann! ;) )

Nachdem man erst einmal verhört wurde als hätte man es mit hoch illegalen Sachen zu tun, wurde man gefragt ob man die Vernichtung der Ware mit ansehen möchte. Uns reichte die Tatsache das der scheiß Köter sowieso schon an den Kirschen rumgeleckt hatte und wir uns sicher waren das auch die Zollbeamten diese dann nicht mehr essen würden und dankten ab.

Am Ende nach vielen Formularen dürfen wir nun 100.000 Pesos (130 Euro) Strafe zahlen und der Kilopreis der Kirschen schoss damit ruckartig in die Höhe und es waren damit auf einmal die teuersten Kirschen aller Zeiten. Anschließend verließen wir, ohne auch nur eine Kirsche gekostet zu haben, die Zollstation und hofften, dass die Kirschen wenigstens lecker geschmeckt hätten.

Der Bus mit der Reisegruppe hatte den Vorfall natürlich mitbekommen und sie mussten eine halbe Stunde auf uns im Bus warten. Als wir wieder in den Bus einstiegen, wurden wir mit ganz bedauernden Blicken angeschaut und es hätte nur noch gefehlt das sie ein Geldsäckchen für uns durch den Bus gereicht hätten.

Somit wurde das eigentliche Schnäppchenwochenende zu einem sehr teurem. Aber da wir jetzt außer der Geldstrafe nichts zu befürchten haben, nahmen wir es mit Humor und wir konnten schon wieder Witze über die Situation machen.

Also die restlichen Wochenenden werden dann wohl etwas ruhiger ausfallen.

¡Tonto perro!

Trotzdem ein sehr schönes Wochenende und ich habe Blut daran geleckt mir Argentinien vielleicht mal etwas länger anzuschauen!

Eine Antwort zu „¡Un fin de semana en Argentina!“

  1. Jens sagt:

    Hätten die aus dem Hundi doch besser einen Hamburger a la Valpo gemacht ;) . Dann wäre euch das erspart geblieben. Apropos Hunde verzehren, habe die Tage mit Freunden Completo Italianos gemacht. Ist und bleibt einfach das kulinarische Highlight Chiles! :D

    Saludos!

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