Die erste Uniwoche

April 4, 2010

Wollte mal einen kurzen Blog mit den Bildern zu meiner Uni hochladen.

Letzte Woche hat der offizielle Teil des Studiums begonnen und als erstes stand das Fach Hochspannungstechnik auf dem Programm. Der Prof ist zwar die Schlaftablette in Person, aber was willste machen. Jedoch das muss man ihm lassen, er kommt so langsam in Fahrt als würde er seine Vortragsweise langsam hochtransformieren. Schön war auch der Kommentar von Rolf zu diesem Fach, das es doch ein Paradoxon wäre, dass das Fach Hochspannungstechnik nicht hochspannend wäre! Aber wie schon gesagt es gewinnt an Fahrt und vielleicht gibt es ja noch einen Lichtbogen zum Schluss des Semesters! Das zweite Fach Leistungselektronik ist da schon besser. Dieses Fach unterrichtet ein jüngerer Prof und ist gut ausgestattet mit Beamer und er kann auch vernünftig vortragen. Allerdings im Anspruch steht diesem Fach im Vergleich zur FH in nichts nach und es ist schon etwas schwer dem ganzen in Spanisch zu folgen, aber gut wird schon!

Ansonsten hatte ich diese Woche noch meine erste Stunde im Spanischkurs an der Uni und das läuft! Schön ist, das dieser Kurs genau dort ansetzt wo ich in der Sprachschule in Santiago aufgehört habe. Somit kann ich dort offiziell das Level B2 abschließen und noch ein bisschen von dem nächsten Level C1 mitnehmen. Also Bombe!
Desweiteren habe ich meinen Tutorprof kennengelernt und weiß nun auch wieso er mir nie zurückschreibt. Ich war in seinem Büro und hinter Papierstapeln saß er. Er ist denke ich mal so ca. 75 Jahre alt, geht schon am Stock und hat weiße Haare. Wieso er nicht in Rente geht weiß ich nicht, er mag wohl seinen Job.

Die anderen beiden Fächer sind auch nicht schlecht. Das Fach zur Elektromechanischen Umwandlung ist sehr interessant, allerdings ist das mit der Anwesenheit des Profs so eine Sache und er hat direkt mal beim 2. Termin aus persönlichen Gründen gefehlt.

Zu den Noten funktioniert das hier so, dass die Studenten quasi jeden Monat eine kleine Klausur über das letzte Thema schreiben und in diesen Klausuren Punkte sammeln müssen. Und je nachdem wie viele Punkte man am Ende des Semesters hat bekommt man dann über einen Schlüssel seine Note zugeteilt.

Letzte Woche habe ich dann noch meinen Studentenausweis bekommen und kann somit auch alle Einrichtungen der Uni nutzen.

Nun habe ich nur noch ein Problem mit meinen eingetragenen Fächern beim Prüfungsamt, da diese mal wieder nicht stimmen und so langsam die Wechselfrist abläuft.

Zur Visageschichte, ich weiß gar nicht ob ich das überhaupt noch erwähnen soll, also ich habe meine Visa noch immer nicht, naja wen wunderts… aber der 15. April soll mein nächster Glückstag sein……

Also es bleibt spannend!

Andy zu Besuch und der Norden Chiles

März 24, 2010

Als Andy in Santiago ankam, holte ich ihn zusammen mit einem Kollegen am Terminal ab und wir fuhren erst einmal zu uns in die Abteilung um einen Kaffee zu trinken und ein Stück von meinem Abschiedskuchen zu essen.

Nachdem ich Andy die Abteilung, den Pool und den Fußballplatz gezeigt hatte, fuhr uns ein Kollege zur Metrostation und wir machten uns auf zu meiner Wohnung.

Nach einer kleinen Verschnaufpause machten wir uns in Richtung Cerro San Cristobal auf und schauten uns die Stadt einmal von oben an. Da es schon spät war gingen wir noch in ein Restaurant, aßen noch etwas und dann gings auch schon wieder nach Hause, da am nächsten Tag ja unser Trip in den Norden starten sollte.

Naja das Erdbeben in der Nacht brauche ich ja nicht noch einmal erzählen, dazu hatte ich ja schon einen Blog veröffentlicht.

Ein paar Tage nach dem Erdbeben fuhren wir dann nach Antofagasta um dort unsere Nordreise fortzusetzen.

Antofagasta ist eine alte Minen- und Hafenstadt ca. 1300km nördlich von Santiago de Chile und kann sich sehen lassen. Neben alten Gebäuden, aus der Zeit in der dies noch peruanisches Territorium war, über einen Nachbau des Big Bens und natürlich „La Portada“ (Das Portal).

Als ersten machten wir uns auf zu unserem Hostal um unseren Koffer loszuwerden um anschließend unser Sightseeing zu starten. Am Hafen konnte man Pelikane und Seelöwen aus einem Meter Entfernung und ohne Zaun begutachten. Gut, die Pelikane waren ziemlich schnell langweilig und man widmete seine ganze Aufmerksamkeit den Seelöwen, die ungeduldig auf die Fischköpfe der Fischer warteten.

Weiter ging es mit dem Taxi zum Portal 10km vor den Toren Antofagasta und es ist schon interessant was die Natur so manchmal für Formationen hervorbringt.  Nachdem wir dem Taxifahrer doch nochmal ausdrücklich darauf hinweisen mussten doch bitte ein Bild mit uns „UND“ dem Portal zu knipsen, fuhren wir auch schon wieder zurück in die Stadt schauten uns einen alten peruanischen Bahnhof an. Da dieser für die Öffentlichkeit geschlossen ist, machten wir uns eine Privatführung mit einem Secruritymenschen klar (Mit ein wenig Geld sind die Regeln nicht mehr so streng!) und bekamen unsere persönliche Vorstellung und hatten sogar Narrenfreiheit. Anschließend suchten uns ein nettes Plätzchen am Rande der Fußgängerzone und bewunderten die Straßenverkäufer, die blitzschnell all ihre Sachen ausbreiten und wenn die Carabineros kamen binnen 10sek wieder eingeräumt hatten und so taten als wäre nichts passiert.

Am nächsten Tag ging unsere Reise weiter nach San Pedro de Atacama, welches ca. 300km nordöstlich von Antofagasta liegt. Die Fahrt dorthin war schon eine Schau.

San Pedro liegt mitten in der Wüste auf ca. 2500m über dem Meeresspiegel und ist, durch einen Schmelzfluss von einem der über 4000km hohen Vulkane, eine grüne Oase im Mitten vom Nichts.

Dieses Städtchen hat gerade einmal ca. 3000 Einwohner, platzt aber in der Hochsaison aus allen Nähten. Es schaut aus wie eine Westernstadt, es gibt keine asphaltierten Straßen und die Häuser sind aus Ton und Holz erbaut.

Nachdem wir unsere Sachen im Hostal verstaut hatten gingen wir erst einmal eine Kleinigkeit essen. Wir schauten uns die Stadt ein wenig an und buchten unsere Touren für die nächsten Tage.

Da unserer erster Trip durch die Wüste erst am nächsten Tag startete suchten wir uns ein Restaurant, welches draußen am Lagerfeuer servierte. Super schön! Am nächsten Morgen machten wir zuerst einen kleinen Trip auf eigene Faust zu einer Indianerstätte etwas außerhalb von San Pedro.

Es waren gestandene 43 Grad und so konnte man die Wasserflasche direkt offen lassen und sie sich immer hin und her reichen. Die Landschaft in und um San Pedro ist einfach nur gigantisch und ich habe so etwas noch nicht ansatzweise irgendwo gesehen.  Es ist eigentlich eine total tote Landschaft in Mitten einer riesigen Salzwüste und doch gibt es dann plötzlich super interessante Dinge zu sehen.

Am Nachmittag startete wir dann unseren Trip nach Moon Vally und die Landschaft in diesem Nationalpark ist schon irgendwie unwirklich. Es sieht wirklich so aus wie auf dem Mond und man munkelt das die Nasa auch in den 60er Jahren dort vor Ort war um nach Orten Ausschau zu halten die mondähnlich aussehen.

Wir schauten uns alte Salzminen an, die allerdings schon wieder geschlossen wurden, da die Kosten für den Salzabbau um 1 Peso pro Tonne nach einiger Zeit gestiegen ist und dadurch nicht mehr wirtschaftlich in diesen Minen nicht mehr gegeben war. Also: Riesen Gewinnspanne!

Was aber interessant war, war das man die Salzkristalle knacken hören konnte da das Salz noch bis heute arbeitet.

Weiter ging es ins Death Valley, welches den Namen daher hat, da es früher viele Unfälle auf diesem Streckenabschnitt gab.  Jetzt mal unter uns: Bei der Fahrweise wie sie auch unser Busfahrer an den Tag gelegt hatte wunderte uns das allerdings auch nicht mehr!

Nach einer 10 min Wanderung bei der man jede Menge Steine mit Mineralien bestaunen konnte, die von einer Vulkanexplosion über 100km weit geschleudert wurden, standen wir vor einem Abgrund der gut und gerne 100m tief war. Einzige Möglichkeit dort runter zu kommen war eine Sanddüne nicht weit von unserem Standort. Und so zogen wir uns alle die Schuhe aus und wanderten auf der Sanddüne Richtung Tal.

Zum Sonnenuntergang fuhren wir wieder zurück nach Moon Valley und konnten einen wahnsinnig schönen Sonnenuntergang mitten in der Pampa miterleben!

Zurück im Ort gönnten wir uns noch ein paar Bier und dann ging es auch schon wieder ins Hostal, da unsere Tour zu den Geysiren schon um 4Uhr morgens startete.

Der nächste Morgen war zuerst der totale Horror. Zum einen die Uhrzeit, die einfach nur unmenschlich ist und zweitens da es nachts in der Wüste auch mal ganz schnell ziemlich kalt werden kann.

Aber es half ja alles nichts und so setzten wir uns in den Bus und fuhren erst einmal 2 Stunden über die wohl schlechtesten Straßen Chiles zu den Geysiren. Der Busfahrer fuhr die Taktik möglichst schnell über die Schlaglöcher drüber zu heizen, damit die Stoßdämpfer nicht so tief absacken konnten und so toll die Taktik ja vielleicht auch sein mag, schlafen währe selbst mit Schlafmittel nicht mehr möglich gewesen.

Um halb 6 Uhr morgens waren wir dann bei den Geysiren auf 4500m Höhe angekommen und hatten Glück einen „warmen Morgen“ mit nur minus 8 Grad zu erwischen. An kalten Tagen können es auch gerne einmal minus 20 Grad dort oben sein. Es war so verdammt kalt und keiner hatte zunächst Lust sich aus dem Bus raus zu bewegen. Da es draußen aber heißen Kaffee und Kuchen gab gingen schließlich alle raus und warteten auf den Sonnenaufgang.

Als die Sonne aufging hatte sich diese Strapaze allerdings gelohnt und wir konnten das drittgrößte Geysirfeld auf der Welt einmal von ganz nah bestaunen.

Nach den Geysiren machten wir noch eine Sightseeing Tour durch die Wüste und konnten so noch den dritthöchsten Vulkan der Welt bestaunen mit über 5000m. Auch hier gibt es einen Schmelzfluss zu bewundern, an dem auf über 4000m Höhe seltene Vögel und ein Tier, welches eine Mischung aus Hase und Känguru ist, zu bestaunen sind.

Anschließend ging es auf zum Kakteenwald und in einer wunderschönen Landschaft standen bis zu 10m hohe Kakteen die schon über 600 Jahre alt waren.  Mittlerweile stehen all diese Kakteen unter Naturschutz, da die Chilenen sie wegen des guten und harten Holzes radikal abgeholzt und zum Häuserbau verwendet haben.

In der Nacht ging es dann weiter nach Iquique wo wir uns einen Paraglidingflug angemeldet hatten. Zuerst hieß es einmal den Flugplatz zu finden, da dieser außerhalb von Iquique lag und es 6 Uhr morgens war.

Nach einem Sicherheitsfrühstück, da das herumrennen in der Dunkelheit für Ausländer in Iquique nicht unbedingt vorteilhaft ist, machten wir uns nach Sonnenaufgang auf zum Flugplatz. Dort angekommen konnten wir uns erst einmal duschen und das Internet nach Neuigkeiten auschecken.

Danach ging es auch schon los in einem Bus und wir holten die Lehrer und andere Schüler ab und fuhren auf einen 300 Meter hohen Berg am Stadtrand. Nachdem wir unsere Kleidung an hatten und uns erklärt wurde wie wir uns beim Start und während des Fluges zu verhalten haben wurde auch schon der Gleitschirm fertig gemacht und dann ging es auch schon los.

Da es morgens sehr starke Aufwinde in Iquique gibt, die vom Meer her kommen, ging es am Abgrund nicht wie erwartet erst einmal runter, sondern wir wurden förmlich vom Wind hochgerissen. Nachdem   ich in meinem „Sitz“ saß und mein Lehrer mit mir ein paar Wendemanöver durchprobiert hatte, konnte ich so viele Fotos machen wir ich wollte.

Wir stiegen bis auch ca. 750m und dann ging es über die Stadt hinweg ein bisschen noch über das Meer, welches so klar dort ist, dass man die Rochen aus der Luft im Wasser schwimmen sehen kann… Sehr geil!… und anschließend nach ca. einer halben Stunde wurde am Strand zwischen den sich sonnenden Menschen gelandet.

Dieser Flug war mal wieder ein echtes Highlight auf dieser Reise und es war echt eine Erfahrung wert!

Danach schauten wir uns noch die Sehenswürdigkeiten von Iquique an und Abend setzten wir uns in den Bus zurück nach Santiago. Ganze 24Stunden dauerte die Rückfahrt nach Santiago, da wir ganze 2000km zurück zulegen hatten.

Allerdings muss ich sagen, hier in Chile kann man sehr komfortabel mit den Bussen reisen. Man hat viel Platz und man kommt sich vor wie in der Buissnesclass im Flugzeug. Am nächsten Tag in Santiago angekommen, trafen wir uns mit Carolina und Amanda am Terminal um dann zusammen in unsere Wohnung nach Viña zu fahren.

Am darauf folgenden Tag schauten wir uns Viña an und machten Abends ein schönes Barbecue bei uns auf der Dachterrasse. Am nächsten Tag fuhr ich dann schon mit Andy zum Flughafen nach Santiago, da wir nicht wussten wie organisiert es nach dem Erdbeben dort abläuft und er flog planmäßig wieder zurück nach Deutschland.

Was für ein Urlaub kann ich da nur sagen! Wir hatten jede Menge Spaß und haben echt außergewöhnliche und interessante Dinge und Erfahrungen gemacht und der Norden ist wie der Süden auf jeden Fall eine Reise wert!

Umzug und mein letzter Arbeitstag

März 18, 2010

Heute will ich mal wieder ein bisschen von der vergangenen Zeit aufarbeiten.

Nachdem meine Eltern wieder nach Deutschland zurückgeflogen sind habe ich mich mit Carolina auf die Suche nach einer geeigneten Wohnung in Viña gemacht. Nachdem wir mehrere Wohnungen angeschaut hatten und uns auch die Zeit im Nacken saß, entschieden wir uns für eine schöne Wohnung direkt gegenüber von einer Shoppingmall. 19 Stock, 75 m² mit Meerblick und Balkon, was will man mehr! Achja zwei Blocks vom Strand entfernt…. und ich soll hier studieren?!

Als nächstes sollte nun also der Umzug nach Viña anstehen und ich hatte meine Sachen auch in einer Stunde zusammengepackt und zum Umzug bereit gestellt.

Carolina und Amanda hingegen waren da nicht ganz so schnell mit ihren ganzen Möbeln und Sachen und so packten wir über einen ganzen Tag irgendwelche Sachen in Pappkartons.

Am nächsten Morgen hatten wir uns einen LKW bestellt der unsere Sachen von Santiago nach Viña bringen sollte. 11Uhr war abgemacht und um 11Uhr war natürlich noch weit und breit kein LKW in Sicht… sind ja in Chile!  Gut, wir erkundigten uns bei der Spedition und die meinten direkt das es wohl ein Problem mit dem LKW gäbe, da er seine Ladung wohl noch nicht abliefern kann, er aber sofort danach kommen würde.

Also nutzten wir die freie Zeit um noch etwas im Internet zu surfen, zum Mittagessen und noch zum Einkauf einer neuen Pfanne und eines Küchenmessers.

Die Zeit verging und etliche Anrufe später stand auf einmal ein LKW um 17Uhr vor unserer Tür. Allerdings war dies nicht wie bestellt ein geschlossener in den wir all unsere Sachen einfach rein pricken hätten können, sondern ein LKW mit einer astreinen geraden Ladefläche ohne jegliche Kanten wo man irgendetwas hätte ran stellen können.

Zuerst hatten wir das für einen Witz gehalten und haben noch nach einem anderen LKW Ausschau gehalten…Fehlanzeige!

Als dann der Fahrer des LKWs ankam war es also amtlich, ja das ist unser LKW und nach ein paar Telefonaten, ob nicht vllt doch ein anderer LKW verfügbar sei, machten wir uns auf zur Wohnung um die Sachen zu holen.

Da es schon so einige Sachen waren, rief der Fahrer direkt einmal ein paar Freunde an, die in der Umgebung waren, und 5 Minuten später hatten wir fünf weitere Leute zum Kisten schleppen vor der Hütte stehen.

Ich muss sagen, ich hatte am Anfang mal überhaupt kein Vertrauen in die LKW-Nummer, aber als alles auf dem Wagen war und mit einer echt beeindruckenden Netzwebtechnik aus nur einem Seil, alles verzurrt und verknotet war, konnte die Fahrt nach Viña um halb 8 Uhr abends starten.

Um halb 10 in Viña angekommen hieß es erst einmal Sachen abladen und in die Wohnung bringen und das dauerte so seine Zeit. Um halb 12 hatten wir dann endlich alles in unserer neuen Wohnung und der LKW fuhr wieder zurück nach Santiago und wir beschäftigten uns erst einmal mit der groben Möbelrückgeschichte.

Um 2 Uhr Nachts fielen wir nur noch ins Bett und ich hatte ja meinen letzten Arbeitstag im Ministerium am nächsten Tag.

Um 6 Uhr hieß es dann schweren Herzens wieder aufstehen, fertig machen und ab in den Bus nach Santiago. Da die Busse aber nicht so wollten wie ich, war ich leider erst um halb 10 im Büro und nicht wir normal um 8 Uhr. Normalerweise nicht wirklich schlimm, jedoch hatte meine Abteilung für mich ein Überraschungsfrühstück organisiert und alle waren da, nur ich nicht. Hmpf… toll gelaufen!

Leider konnten nicht alle so lange auf den verspäteten Uwe warten und als ich ankam konnte ich nur noch mit der Hälfte frühstücken und dabei hatte ich auch noch Kuchen mitgebracht.

Aber auch wenn die Überraschung nicht ganz geglückt war, habe ich mich super darüber gefreut!

So viel Zeit blieb dann aber auch schon gar nicht mehr, da an dem Tag auch schon Andy um 13 Uhr in Santiago ankam. Also checkte ich noch einmal die Flugdaten, erfragte mir schon einmal eine Fahrt zum Terminal und einen Besucherausweis für Andy und kurz danach ging es zum Terminal.

Fortsetzung folgt…

Meine Eltern zu Besuch in Chile Part 2

März 14, 2010

Hallo zusammen,

so nachdem in der letzten Zeit so viel passiert ist, dass ich gar nicht mehr dazu gekommen bin den Blog weiterzuschreiben, so will ich heute mal wieder da anknüpfen wo ich aufgehört habe.

Am darauf folgenden Tag ging unsere Reise weiter nördlich nach Valdivia, welches an der Pazifiküste liegt und machten eine Bootstour durch die Forte und Flüsse die an dieser Stadt zusammen in den Ozean fließen. Abends waren wir noch in einer Chocolatería in der wir eine heiße Schokolade wirklich mit Schokolade bekamen und dazu die wohl besten Sandwiche südlich von Santiago!

Pucón hieß der nächste Ort auf unserer Reiseroute und so ging es am nächsten Morgen weiter nördlich nach Pucón. Pucón ist der Touristenort hier in Chile und von daher war mitten in der Pampa auf einmal die Hölle los. Nachdem wir nach einigen Schwierigkeiten unser Hotel gefunden hatten, fuhren wir mit unserem Auto zu einem See der etwas außerhalb von Pucón liegt und da hätten wir das erste Mal den Pickup gebraucht!

In Chile gibt es nicht immer umbedingt asphaltierte Straßen, daher muss man immer genau in die Karte schauen ob die Straße noch rot gemalt ist oder ob sie schon weiß geworden ist. Weiße Straßen sind auf jeden Fall schon einmal Schotterpisten und wenn die weiße Linie in der Karte auch noch gestrichelt ist wird es ganz fies!

Der Vulkan an dessen Fuß Pucón liegt zeigte uns leider nicht da es leider ein sehr wolkenreicher Tag war und so ging es ohne den Vulkan Villarrica mal in seiner vollen Pracht gesehen zu haben wieder zurück Richtung Süden nach Osorno.

Osorno hatte Puerto Montt nicht gerade viel entgegenzusetzten und lag auf der Hässlichkeitsscale gleich auf. Hier allerdings hatten wir zuvor ein Hotel reserviert und daher konnten wir nicht mehr fliehen. Da aber nur 40 km östlich der Stadt ein riesiger Nationalpark beginnt, zogen wir diesen der Stadtbesichtigung vor.

Der Nationalpark hat auch heiße Quellen zu bieten und so fuhren wir diese erstmal an. Auf dem Schotterplatz stellten wir dann fest … Ein Reifen ist platt!… Watten scheiss! Aber es half ja alles nichts und so hieß es erst einmal: Wagenheber und Ersatzrad raus! Geil!

Nach unserer Reifenwechselnummer ging es dann in die vollendete Pampa mit Dreckpiste und Schlaglöchern die eigentlich eher Schlagabgründe genannt werden müssten. Und als unsere Karre selbst dies gemeistert hatte, fielen oben angekommen als erstes mal die Worte: Och, so schlecht ist unsere Karre ja eigentlich gar nicht! Wer braucht schon nen Pickup!

Zurück aus der Pampa machten wir das, was man am besten in Osorno machen kann…Steak essen! Nach einem echt mal wieder perfekten Steak mit gutem Wein ging es in unseren Wohncontainer, perdón Hotel, zurueck.

Doch zuvor, als wir unser Auto erreichten, kam ein völlig betrunkener Parkwächter auf uns zu und wollte die Parkgebühr kassieren. Nur leider war er so am lallen das ich kaum ein Wort verstand. Als ich das dritte Mal nachfragte wieviel er denn wolle, pampte er mich nur noch an ob ich den Argentinier sei oder warum ich ihn nicht verstehen würde … nachdem ich mir das Lachen kaum noch verkneifen konnte und es direkt meinen Eltern übersetzte fuhren wir mit einem Grinsen auf den Lippen wieder in unseren Wohncontainer.

Aber dieses Hotel war echt spitze! Ich bin ja schon einiges an dünnen Waenden hier in Chile gewohnt, aber dies waren wirklich nur harte Vorhänge und der Flur war tapeziert mit Sackleinen. Wie schick! Und mal wieder war das schlechteste Hotel das teuerste! Wie gut wenn man keine Konkurenz hat! Gut, wozu auch in Osorno!

Am Samstag ging es zurück nach Puerto Varas, allerdings nur zum schlafen, da wir uns in der Nähe einen anderen Nationalpark anschauen wollten. An diesem Tag hat es allerdings ganz schön geregnet und wir mit unserem Mitsubishi wieder in die Pampa. Aber selbst dies konnte dem Wagen nichts anhaben, auch wenn es manchmal richtig knapp war, als schon die Räder im Hang anfingen im Schlamm durchzudrehen und wir schon den Bagger uns rausziehen gesehen haben. Aber auch hier gilt immer die Devise, bloss nicht so langsam werden, immer mit ordentlich Schwung durch die Matsche!

Am Ende der „Straße“ angekommen konnten wir uns die Wasserfälle von Petrohué anschauen und die waren schon gewaltig.

Die Landschaft in diesem Nationalpark sieht irre aus, da es nur ein paar Büsche gibt die auf dem Vulkangestein sich überhaupt pflanzen können.

Am Sonntag, unserem letzten Tag, machten wir noch eine Planänderung und fuhren nach Castro auf Chiloé um uns die Pfahlbauten dort anzuschauen. Die Landschaft von Chiloé ist ziemlich grün und man sieht direkt…Hier regnets viel! Allerdings hatten wir in Castro das Megaglück einen von nur 5 Sonnentagen im Jahr zu bekommen und konnten so ohne Regenschirm durch das Städtchen laufen.

Am Abend ging es dann wieder zurück nach Puerto Montt um das Auto abzugeben und zurück nach Santiago zu fliegen. Da weit und breit keine Tankstelle in Flughafennähe zu finden war, brachten wir den Wagen mit etwas weniger Sprit zurück wie gefordert.

Der Mann vom Schalter meinte das nun seine Stunde geschlagen hätte und forderte für vielleicht 5 Liter Sprit 16.000$ (ca. 20 Euro) und zudem fehlte auch noch der Zigarettenanzünder, welcher da bin ich mir sicher auch schon vorher gefehlt hatte. Stolze 20.000$ wollte er auch für diesen haben. Natürlich brach daraufhin erst einmal eine riesen Diskussion darüber aus was ein Zigarettenanzünder kosten würde, da wir nicht breit waren 25 Euro für einen doofen Anzünder zu bezahlen den wir noch nicht einmal versockt hatten. Naja nach viel hin und her einigten wir uns darauf 25.000 für Sprit und Anzünder zu zahlen, ziemlich teuer aber da wir auch nichts nachweisen konnten blieb uns nichts anderes übrig und mit einem „A***“ in Gedanken verabschiedeten wir uns und stiegen in den Flieger.

Wieder in Stgo gelandet, trafen wir uns am nächsten Abend mit Carolina und Amanda zu einem Barbecue auf der Dachterrasse mitten in der Stadt, um meinen Eltern auch einmal die Stadt bei Nacht zu zeigen und um auch einmal einen der geilen Sonnenuntergänge hier mitzuerleben.  Nach einem schönen Abend, ein paar Weinflaschen und zwei guten Zigarren fuhren wir am nächsten Tag nach Valparaiso.

Ich zeigte meinen Eltern die Sehenswürdigkeiten der Stadt, die Gemälde an den Hauswänden und das Haus von Pablo Neruda und am nächsten Tag machten wir einen Ausflug nach Viña del Mar um meinen Eltern auch einmal die Stadt zu zeigen, in der ich demnächst wohnen wollte.

Am Abend fuhren wir nach Stgo zurück, machten am nächsten Morgen noch ein schönen Frühstück und anschließend ging es für meine Eltern wieder zum Flughafen und wieder zurück nach Deutschland.

Es war ein richtig schöner Trip mit meinen Eltern im Süden. Sehr viele verschiedene Eindrücke dort gewonnen und auch wenn wir nicht alle Vulkane in voller Pracht sehen konnten, sind sie dennoch sehr beeindruckend und die Seenlandschaft wunderschön!

Terremoto en Chile

März 3, 2010

Auch wenn dieser Blog nun nicht chronologisch zu den anderen Beitraegen sein wird, wollte ich trotzdem einen Bericht ueber die Erlebnisse der letzten Tage hier loswerden.

Andreas kam am Freitag, an meinem letzten Pratikumstag in Stgo an und wir besichtigten noch den Cerro San Cristobal und gingen Abends noch gut Essen. Zuhause angekommen gingen wir zeitig schlafen, da am naechsten Tag unser Bustrip in den Norden von Chile starten sollte. Ich hatte mich schon so auf ein bisschen mehr Schlaf gefreut, da durch den Umzug nach Viña die Naechte davor sehr kurz waren.

Mitten in der Nacht, um halb 4 Uhr morgens, wurden wir dann alle vom staerksten Beben was wir alle jemals erlebt hatten aus dem Schlaf gerissen. Das Beben in Stgo hatte eine Staerke von 8,3 auf der Richterskala und wir lagen 400km vom Epicentrum entfernt. Das Beben dauerte ganze 90sek. Im ersten Augenblick wussten wir gar nicht was los war und brauchten erst einmal 1-2 sek um zu realisieren das dies ein Erdbeben war und weitere 2 sek um zu realisieren wie stark dieses Beben war. Der Boden wankte einen gefuehlten halben Meter in dem Hochhaus hin und her, die Tueren schlugen und die Sachen fielen aus den Regalen. Es war ein Gefuehl als wuerde die Metro von Stgo direkt unter dem Haus hindurchfahren. Aus Angst dass das Haus dem Beben nicht stand halten wuerde und uns die Bedrohung auch klar wurde, liefen wir alle nur noch so wie wir waren, nur in Boxershorts, aus dem Haus. Das Beben dauerte eine gefuehlte Ewigkeit und auch als wir schon vor dem Haus auf der Strasse standen, bebte es weiter.

Als das Beben zu Ende war stellte sich zuerst die Frage: Hat wer einen Schluessel mitgenommen?

Natuerlich hatte in der Situation keiner an einen Schluessel gedacht, jedoch hatten wir Glueck das die Eingangstuer noch immer nach dem Beben aufstand und so hiess es so schnell wie moeglich Kleidung und den Schluessel zu schnappen und direkt wieder raus zu gehen, da es noch mehrere Nachbeben gab. Weil erst einmal keiner zurueck ins Haus wollte setzten wir uns an den Pool und tranken uns eine Flasche Bier die noch im Kuehlschrank ueberlebt hatte.

Das Beben war so stark, dass die Elektrizitaet und die Wasserversorgung zusammenbrach. Das komplette Telefonnetz viel aus und so konnten wir erst 2 einhalb Stunden nach dem Beben eine Nachricht nach Deutschland schicken das es uns gut geht, sowie auch alle anderen Leute in Chile anrufen um zu erfragen ob es ihnen gut geht.

Um halb 7 Morgens entschlossen wir uns dann aber doch wieder ins Haus zu gehen um etwas zu fruehstuecken. Zum Glueck erreichte mich Carolina um mir zu sagen das es ihr und ihrer Familie gut geht.

Um 8 Uhr morgens bekamen wir dann schon wieder Strom und um 10Uhr Internet und konnten simit mit der Familie in Deutschland telefonieren.

Da es stuendlich Nachbeben gab, waren immer alle Tueren auf und wir waren bei jedem Beben direkt wieder startbereit um nach unten zu laufen.

Carolina war zu der Zeit des Bebens in Viña del mar in unserer neuen Wohnung und berichtete das wohl einiges zu Bruch gegangen sei. Also machten wir auch erstmal Bestandsaufnahme. Obwohl das Haus ueberall Risse bekommen hatte und Tueren verzogen waren, blieb der sonstige Schaden sehr gering.

Vor Angst vor weiteren Nachbeben kamen Freunde aus dem Nachbarhaeusern zu uns in den 2. Stock, damit der Weg nach draussen kuerzer war.

Am morgen kam der Besitzer des Busunternehmens um uns zu sagen das die Tour in den Norden diese Woche ausfaellt, da mehrere Bruecken eingestuerzt und die Strassen so stark beschaedigt sind, das ein verlassen der Stadt in Richtung Norden zur Zeit nicht moeglich sei. Gut, wie hatten ehrlich gesagt auch nichts anderes erwartet!

Also machten wir uns erst einmal auf in die Stadt um auch erst einmal ein paar Lebensmittel einzukaufen, da ich auch nichts mehr da hatte, da ich ja eigentlich dachte die Stadt am morgen zu verlassen. Die Stadt war wie ausgestorben, da noch viele Leute in der Nacht aufs Land gefluechtet waren und alle Supermaekte und Gebauede waren geschlossen. Wir fanden aber zum Glueck noch eine aeltere Dame die Brote an einer Strassenecke verkaufte und deckten uns ersteinmal damit ein.

Am Plaza de Armas hatte ein einziges Cafe schon wieder geoeffnet und so konnten wir bei einem Bier mit ein paar Chilenen ueber die Ereignisse der letzten Nacht diskutieren.

Abends um 8Uhr gab es auch schon wieder fliessendes Wasser in der Wohnung, dies war zwar noch braun, aber immerhin konnte man wieder das Klo benutzen.

Wir entschlossen uns, am naechsten Tag nach Viña zu fahren, um dort nach dem Rechten zu schauen.

Nach einer unruhigen Nacht und einem heftigen “Gutenmorgen-Beben” um halb 9. fruehstueckten wir erst einmal und machten uns mit den ersten wieder fahrenden Bussen, auf Richtung Viña.

Das Apartment in Viña sah schon wieder gut aus, da Carolina die Scherben schon weggeraeumt hatte und das Gebaeude hatte so gut wie keine Schaeden davon getragen, ausser ein Riss im Badezimmer.

Das letzte starke Beben hatten wir Sonntagnacht um ca. 3Uhr und haben am Montag unsere Nordreise begonnen und sind nun raus aus dem Erdbebengebiet.

Allerdings muss man sagen das wir sehr viel Glueck gehabt haben. Zum einen da wir nicht im Epizentrum lagen, welches 400 km suedlich von uns lag und eine Staerke von 8,8 hatte und dort sehr viele Menschenleben gekostet hat, aber auch da wir zu der Zeit in sehr guten Gebaeuden waren, die schon erdbebensicher erbaut wurden.

Man muss sagen, das die Situation nicht so gut ist, wie anfangs angenommen. In unserem Stadtteil Providencia ist zwar so gut wieder wieder alles in Ordnung, aber andere Stadtteile von Stgo hat es wesentlich staerker getroffen und die Bewohner haben bis heute weder Strom noch Wasser. Allerdings haben die Lebensmittellaeden wieder in Stgo geoeffnet und das entspannt die Lage in der Stadt doch wesentlich, wobei die Lage in Concepcion und Talca noch sehr brenzlich bleibt.

Die Universitaet hat ihre Semesterstarttermine erst einmal um eine Woche verschoben und es bleibt abzuwarten wann alles wieder zur Normalitaet zurueckfindet.

Wie gesagt ich habe mit Anderas Stgo vorgestern Richtung Norden verlassen und sind zur Zeit in Antofagasta. Carolina ist zur Zeit bei ihrem Vater auf dem Land und wir werden gegen Ende der Woche wieder nach Viña zurueck fahren, da die Nachbeben auch mit jedem Tag weniger schwer werden.

Jedoch nach den Auskuenften der Chilenen wird es wohl noch bis zu 2 Monate dauern, bis die Erdbeben ganz aufgehoert werden. Da diese aber mit jeden Tag schwaecher werden und man den Gebaeuden in denen man wohnt zunehment vertraut, entfindet man die Nachbeben schon nicht mehr als bedrohlich.

Mal schauen das ich wenn ich wieder in Viña bin, die restlichen Blog nacharbeiten kann um auch ueber die Reise mit meinen Eltern, meinen letzten Praktikumstag, den Umzug nach Viña und die Reise mit Andreas zu berichten.

Also uns geht es gut und bis auf ein paar blaue Flecken haben wir uns nichts geholt!

Meine Eltern zu Besuch in Chile

Februar 19, 2010

Meine Eltern haben mich die letzten beiden Wochen hier in Chile besucht um mit mir den Süden Chiles zu bereisen. Es hieß alles Sehenswerte zwischen Púcon und Castro mitzunehmen.

Aber zuerst war die Hauptstadt Chiles dran und so wurde gar nicht lange erst verschnauft, ich war ja auch fit, und als meine Eltern ihre Sachen in meiner Wohnung verstaut hatten fuhren wir erst einmal auf den San Cristobal um einmal die Hauptstadt zu überblicken. Anschließend ging es zum Haus von Pablo Neruda in Stgo. und diesmal war der Führer auch wesentlich besser als beim letzten Mal und so konnte ich auch noch sehr viele interessante Dinge beim zweiten Besuch erfahren.

Am nächsten Tag machten wir die Santiago Walking Tour bei nicht weniger als 35 Grad und wir waren alle ganz schön am zerfließen. Nachdem wir uns alle einen leichten Sonnenbrand geholt hatten, trafen wir uns abends mit Carolina, damit meine Eltern auch nun endlich mal meine Freundin persönlich kennenlernen konnten.

Nach einem schönen Abendessen ging es nur fuer ein paar Stündchen ins Bett, da am nächsten Morgen um 8 Uhr schon unser Flieger nach Puerto Montt startete.

Nach riesigen Buchungsproblemen, da die Airline mal wieder Baverdick statt Bauerdick im System stehen hatte, konnte die Airline das Unmögliche doch Möglich machen und wir konnten unter falschem Namen nach Puerto Montt fliegen. Der Flug war allerdings ein Fest da es kein Direktflug war sondern eher wie eine Busfahrt und bei jeder größeren Stadt in den Süden wurde zwischengelandet und ein paar Leute stiegen aus und ein paar auch wieder ein. Nach einer Spitzenlandung in Concepción bei der echtes Absturzfeeling aufkam als der Pilot bei nur noch 200m über dem Boden eine 180° Kurve bei vollem Schub flog und bei noch nicht ganz gerader Fluglage schon aufsetzte, kamen wir irgendwann in Puerto Montt an. Glück gehabt! Naja…irgendwie nicht…als nächstes hieß es Auto abholen, war ja reserviert. Gut, die Reservierung gab’s auch und das Auto stand auch schon geparkt auf dem Hof, allerdings funktionierte natürlich genau in diesem Moment meine Kreditkarte nicht. Bingo! Natürlich hatten meine Eltern ihre in Santiago gelassen, weil ich schon immer gesagt hatte: Ihr könnt die hier lassen, ich hab ja meine. Die funktioniert immer!…… nachdem uns wieder vor Augen geführt wurde wie unkooperativ manche Leute hier sein können, hieß es erst einmal: Tja, da können wir nichts machen wir brauchen einen Kreditkarte. Zum Glück gab es aber einen „Held“ der direkt nebenan saß und sich in unser Gespräch einmischte. Er würde uns ein Auto geben, wenn wir die Garantie in Bar hinterlegen würden. Ja das war ja mal ein Deal jedoch bekamen wir leider nicht unseren reservierten Pickup mit Allrad, sondern eine ziemlich überteuerten, verransten, total beschädigten Mitsubishi mit Sprung in der Windschutzscheibe. „Naja, besser als zu Fuß!“, dachten wir uns und nahmen das Teil. Nachdem unsere Reise schon so gut angefangen hatte dachte wir es könnte nicht mehr schlimmer kommen, doch dann kamen wir in Puerto Montt an…HA!..Boah ist das scheisse da! Die Stadt ist total dreckig mit Autos überfüllt und es gibt wirklich nichts, ich wiederhole, nichts Positives zu erzählen. Die einzige Sehenswürdigkeit, eine Kirche, hatte natürlich auch noch geschlossen. Also war das erste Ziel: Wo ist die Autobahn raus hier? 30 Kilometer nördlich entlang der Panamericana liegt das Städtchen Puerto Varas welches von Deutschen Pionieren im 18 Jahrhundert gegründet wurde und so geschockt wie wir waren lagen unsere Erwartungen nicht mehr besonders hoch. Als wir jedoch in Puerto Varas ankamen, tat sich ein wirklich hübsches Städtchen auf und zum Glück war hier auch unser Hotel! Da es mittlerweile schon spät war holten wir uns nur noch ein Reiseheftchen und aßen unser erstes Steak. Man war das lecker!

Am nächsten Tag besichtigten wir die Stadt und schauten uns die ganzen alten Häuser an. Nachmittags fuhren wir noch nach Fruitillar, welches auch am Lago Llanquihue liegt und auch sehr auf Deutsch getrimmt ist. Man kam sich zeitweise vor als wäre man im Schwarzwald, da auch die Schilder alle hier auf Deutsch geschrieben sind. Der Eindruck ist allerdings vorbei wenn man die ganzen Leute spanisch sprechen hört! ;)

Fortsetzung folgt…

Visa

Januar 23, 2010

Hola a todos:

Bei meiner Visa tut sich so langsam etwas! Ich habe letzte Woche schon einmal den Zahlschein fuer meine Visa bekommen und konnte die Schnitzeljagd nach ihr nun beginnen. Nachdem man von einer Stelle zur anderen gewandert ist um mal Papiere abzugeben um wieder andere zu bekommen, war ich nun heute Morgen im Ministerium fuer Ausländer mit allen Belegen um meine “Tarjeta especial de trabajo” abzuholen. Zuerst hatte ich gedacht das ich meine RUT nun endlich bekomme, das ist die Identifikationsnummer die jeder Buerger hier hat, war aber falsch gedacht! Stattdessen habe ich nun ein Papier welches mich immerhin vorläufig berechtigt meiner Arbeit hier nachzugehen und bin von nun ab kein Tourist mehr. Na immerhin gehts ja schonmal tendenziell in die richtige Richtung! Allerdings so schnell gings dann auch wieder nicht! Als ich im Ministerium ankam hieß es erst einmal Abteilung finden. Als ich im richtigen Stockwerk (2. Stock) ankam stand schon eine Schlange bis nach draussen und die Treppe hoch. In dem Augenblick hab ich mir schon gedacht, na das kann ja wohl was länger dauern und hab mich auf die Suche nach dem Ende der Schlange gemacht. Gut, im 5. Stock hatte ich das Ende endlich gefunden und dachte mir nur noch ob ich es wohl schaffen würde bis zum Ende der Öffnungszeiten das ersehnte Büro zu erreichen.

Aber ich muss sagen es ging relativ zügig vorran, da die meisten wohl mit der ganzen Familie angereist waren und so ratzfatz ganze Gruppen mit nur einer Nummer abzogen.

Nach einer Stunde hatte ich das gelobte Pult der Empfangsdame erreicht und sie kassierte erstmal meine Belege ein und ich sollte mich gegenüber hinsetzen.

Komisch dachte ich mir, wieso bekommen alle eine Nummer nur ich nicht, aber egal man muss ja nicht immer alles hinterfragen!

Trotzdem konnte ich es mir nicht verkneifen doch noch einmal nachzufragen ob ich wirklich alles richtig verstanden hatte, aber sie nickte nur und ich hockte mich erstmal gegenüber vom Pult hin und konnte mir das lustige Treiben in der Abteilung mal ganz aus der Nähe anschaun.

Es macht schon Spaß Leute zu beobachten, wie sie herumirren und nicht wissen wo sie nun mit ihren Papieren hin sollen, aber auch nicht so recht wissen wenn sie denn fragen könnten. Da gings mir schon besser, ich hatte ja meine persönliche Sachbearbeiterin, tja! :)

Naja die Zeit verging und nach einer geschlagenen Stunde setzte sich die Dame hinter dem Pult auf einmal mit meinen Papieren in Bewegung und kam nach 10 Minuten wieder. Nachdem sie wie wild auf meinen Papieren herumgestempelt und getakert hatte, rief sie mich zu ihr und ich hatte meine Papiere und konnte wieder gehen. Tolle Sache! 

So heute habe ich die Unterlagen fuer meine Folgevisa abgeschickt und hoffe das ich das Ministerium nicht total verwirre mit meinen 1000 Anträgen.

Mal sehen ob ich nun diese Woche meinen Flughafenausweis noch bekomme. Eigentlich lohnt es sich gar nicht mehr für die 5 Wochen, aber es geht mir ums Prinzip! Ich will das Ding einmal haben um einmal selbst hier alle Türen öffnen zu können! Nach fast 4 Monaten! HALLO!!!

So nächste Woche kommen meine Eltern mich hier besuchen und dann gehts erst einmal in den Süden Richtung Patagonia und ich freu mich schon ganz doll drauf! :)

Nach dem Urlaub geht es dann auch an die konkrete Wohnungssuche in Viña del mar. Hab zwar schon einmal geschaut, aber die Chilenen planen keine 6 Wochen im vorraus (Warum auch??), von daher brauche ich jetzt noch keine Wohnungsanfrage abschicken, da die jetzigen Zusagen auch schnell wieder nichtig sein können falls sich ein anderer findet der die Wohnung früher übernehmen würde. Hoer sich komisch an, ist aber so! Fällt wohl unter nationale Geflogenheiten! :)

Heute ist mal wieder das Internet in der Abteilung tot, ist ja nicht das erste Mal. Das Internet hier in Chile wie ein flüchtiges Rehlein. Mal ist es da und mal eben nicht. Heute haben wir den Fall : eben nicht, da Arbeiten an der Leitung vorgenommen werden. Allerdings erfährt man solche Informationen erst, wenn man selbst beim Provider anruft und nachfragt wieso es denn kein Internet zur Zeit gibt. Tja, wir in Deutschland sind schon ein bisschen verwöhnt mit einem persönlichen Anschreiben eine Woche vorher….

Weihnachten

Dezember 30, 2009

Nun hock ich hier wieder bei der Arbeit und habe nun wieder genug Zeit
eine etwas ausführlicheren Beitrag zu schreiben.
Meine Tastatur spinnt allerdings wieder einmal und es funktionieren nicht alle Tasten richtig und deshalb hab ich gerade erst einmal darauf rumgehaun da irgendwo ein Wacker schlummert und wurde stets von meinem Kollegen kritisch beäugt.

Also zu meinem Wochenende.
Am Donnerstag bin ich mit Jutta zum Jumbo gefahren um die Weihnachtseinkäufe für unser Barbecue zu tätigen. Jumbo ist hier eine Supermarktkette, wohl von mit einer deutschen Leitung, da es hier jede Menge Sachen aus Deutschland gibt und man sich wieder direkt heimisch fühlt. (Nur Quark gibts keinen!!)

Nachdem wir uns geschlagene 90 Minuten durch die Gänge gewuselt hatten ging es Richtung Kasse.

Eins möchte ich hier an dieser Stelle noch erzählen weil es einfach immer wieder geil ist. Die Chilenen haben eine Ruhe beim einkaufen die einfach nur bemerkenswert ist! Es gibt  zwei Phänomene hier immer wieder im Supermarkt zu beobachten. Das erste sind die Leute die einfach nur wegen des Einkaufens einkaufen gehen. Diese gehen in den Supermarkt, da es auch Treffpunkt mit Freunden und Bekannten ist, und packen sich den Einkaufswagen randvoll und präsentieren allen anderen was sie sich nicht alles leisten können. Da aber viele Chilenen nicht mit Geld umgehen können und zum Monatsende kein Geld mehr haben, schieben sie den Einkaufswagen irgendwo randvoll gepackt hin und gehen ohne etwas zu kaufen wieder nach Hause. Die Supermärkte haben deswegen, da es schon fast ein Volkssport geworden ist, extra Angestellte die nichts anderes machen wie die vollen und alleingelassenen Einkaufswagen wieder auszuräumen und alles wieder in die Regale zu stellen. Und so kann man dann beobachten wie die Angestellten alle Einkaufswagen zusammenrollen und dann alle Sachen nach Warengruppen wieder auseinander klamüsern. Geil!
Desweiteren gibt es eine andere Gruppe von Leuten, die zwar noch Geld haben, allerdings kein Gespür dafür haben wie hoch der Wert von den Sachen ungefähr ist, die sie in ihrem Einkaufswagen haben. Und so rollen sie mit ihrem Wagen zur Kasse, legen erst mal alles aufs Band und warten erst einmal den Preis ab. Am Ende stellen sie fest, ups so viel Geld hab ich ja gar nicht und es wird ganz in Ruhe eine Prioritätsliste erstellt und dann gehts los! Dann wird mit der Kassiererin diskutiert wie teuer die einzelnen Sachen sind und dann rockt der Storno aber mal so richtig! Dann wird was storniert, ach nein das müsste ich eigentlich doch haben, aber dies hier ist nicht um bedingt so wichtig. Das kann sich dann schon einmal 5 bis 10 Minuten ziehen dieses Spielchen bis eine Übereinkunft zwischen Geld im Portemonnaie und Waren im Einkaufswagen gefunden ist.

Die Schlange von den wartenden Leuten dahinter bleibt allerdings ganz cool und niemand regt sich auf! Ich schwanke dann zwar so manch einmal zwischen platzen und Lachkrampf aber der Rest der Leute guckt Löcher in die Luft oder es werden nochmal die Angebote gecheckt.

Nun aber wieder zurück! Also wir haben uns nicht lumpen lassen und unser Gespür für das benötigte Essen war nicht im ausreichendem Maß vorhanden und so hatte wir erst einmal viel zu viel eingekauft wie wir am Abend festgestellt haben.
Vom Supermarkt gings dann mit dem Taxi und unseren tausend Einkaufstüten wieder zurück zur meiner Wohnung. Am Nachmittag kamen dann auch noch Elena und Nadin und wir bereiteten das Barbecue vor. Ich machte mir eine geschlagene Stunde einen Mordsspass damit ganz kleine Zitronen auszupressen, die wir für unseren Pisco Sour benötigten um den Saft anschließend ganz gekonnt auf dem Küchenboden zu verteilen. Na toll!
Carolina und Amanda kamen auch etwas später und wir bereiteten alles auf der Dachterrasse vor.
Der Abend war super und das Wetter mal wieder ein Traum! Am späten Abend gabs dann noch eine Fotosession von den letzten Wochen von Jutta, Elena und Nadin. Super Bilder!

Am nächsten Tag flog Jutta schon wieder weiter nach Puerto Mont um von dort aus ihren nächsten Trip zu starten. Da meine Erkältung mich aber etwas im Griff hatte machte ich mir erstmal einen gechillten ersten Weihnachtstag mit Paracetamol!
Am Tag darauf gings aber schon wieder besser und wir fuhren mit Elena und Nadin aufs Land zum Haus von Carolinas Vater. Dort angekommen wurden wir erst einmal von der Familie begrüßt und der Grill wurde direkt mal hochgefahren.
Nachdem alle gut gesättigt waren wurd das Familienfußballspiel angepfiffen. Nachdem alle total kaputt waren und nur noch nach Luft am keuchen waren gings es wieder auf die Verander und man widmete sich wieder dem Wein und dem Whiskey.
Am nächsten Tag ging es in ein kleines Dorf nicht weit von dem Haus entfernt und dort gibt es so ziemlich alles aus Keramik und Ton zu kaufen was mich so vorstellen kann. Ich kaufte mir eine Zitronenpresse, damit ich das nächste Mal bei der Pisco Sour Zubereitung nicht ganz so viel Zeit zum Zitronenpressen einkalkulieren muss und nach einem Mittagessen mit mehreren Kilo Fleisch ging es wieder zurück zum Haus des Vaters.
Der Vater baut auf einem Stück des Grundstücks Pfirsiche an und so gab er uns noch eine Kiste voll Pfirsichen mit auf die Reise. Super lecker übrigens!

Etwas spät und total müde sind wir dann wieder in Stgo angekommen.

Ja dies war mal ein komplett anderes Weihnachten als sonst, jedoch auch sehr schön und lustig!

Die Taxis von Stgo

Dezember 24, 2009

Hola a todos,

So ich wollte nochmal was bloggen über Sachen die man hier so nebenbei erlebt. Ich hatte diesen Beitrag eigentlich schon vor ein paar Tagen fertig geschrieben, jedoch hat beim vorletzten Satz irgend so ein Held in die Stromleitung gebohrt und zack war der Beitrag futsch. Na toll, daraufhin war ich erstmal ziemlich begeistert und hatte die darauf folgenden Tage keine Lust mehr alles noch einmal zu schreiben. Jetzt habe ich aber wieder Zeit und Lust und fang dann nochmal von vorne an.

Hier in Santiago läuft das mit den Taxis wie in New York oder auch in anderen großen Städten, es gibt davon Unmengen auf den Straßen, außer mitten in der Nacht, und man winkt sie sich einfach heran. Die meisten Taxen sind langweilig, halt normale Taxen wie bei uns, vllt weniger komfortabel aber man kommt gut von A nach B. Was allerdings anders hier ist, ist das die Taxen den Fahrern selber gehören und so manch einer die Lust verspürt seine Karre nach Teufel komm raus aufzumotzen. So manchmal frag ich mich ob es hier eigentlich einen TÜV gibt, aber selbst wenn ist der etwas lockerer drauf.

So hatte ich jetzt schon zweimal das Vergnügen einmal in sehr interessanten Taxen mitzufahren. Das erste Taxi war von einem Rocker und er hatte den kompletten Innenraum mit der Südstaatenflagge und Adlermotiven in mühseliger Handarbeit selber bezogen. Neben irgendwelchen Militärabzeichen und viel Chrom hatte er auch noch den ganzen Himmel mit blauen und roten LEDs ausgeschmückt, die er nach Belieben ein und ausschalten konnte und natürlich hatte er alle Rockgrößen auf CD mit im Auto und er präsentierte uns während der Fahrt all die Highlights die sein Auto zu bieten hatte.

Ein anderes Mal hatten wir dann einen Reaggetonfan angetroffen, es war mitten in der Nacht und als das Taxi schon angerollt, nein besser gesagt angecruist kam dachte ich mir schon das dies auch ein Highlight wird. Er hatte die Karre schon tiefer gelegt mit feinsten Chromfelgen und Frontscheinwerfer alla Audi. Außerdem waren rundherum, bis auf die Frontscheibe, alle Scheiben getönt und je näher es kam, wurde die Karre mehr Disco als Taxi. Als wir dann die Tür aufmachten war ich wirklich erstmal beeindruckt. Er hatte in dem Innenraum 4 Bildschirme eingebaut, in beiden Vordersitzen sowie einen in der Decke und selbst das Radio hatte einen Bildschirm. Das Fahrzeug verfügte darüber hinaus auch noch über eine Soundanlage die so manche Dorfdisco hätte locker überbieten können und während der Fahrt konnte man sich nette leicht bekleidete Damen in Musikvideos anschauen. Sehr nett!

Gestern hatten wir unser Weihnachtsbarbecue von unserer Abteilung aus und da hieß es erst einmal den Grill anstochen. Zum Mittagessen gab es dann leckeres Fleisch und da dies ja seine Zeit auf dem Grill benötigt, erst einmal ein Bier. Anschließend arbeiteten wir uns die Karte runter über leckeren Pisco Sour bis wir irgendwann beim Wein ankamen. Nach dem Essen sah so manch ein Kollege nicht mehr ganz so frisch aus, allerdings war es sehr unterhaltsam.

Leider war der Pool von unserer Abteilung noch nicht mit Wasser gefüllt sonst hätte man anschließend sich noch eine kleine Erfrischung gönnen können, da wir gestern wohl wieder die 30 Gradmarke knacken haben. Den Wetterbericht braucht man sich hier mittlerweile gar nicht mehr anschaun, da eh jeden Tag das gleiche Wetter ist. Allerdings ist die Luft mittlerweile recht schlecht geworden, da es glaube ich seit Anfang November nicht mehr geregnet hat.

Heute geht dann der Barbecuemarathon weiter und wir machen unser Weihnachtsbarbecue bei mir zuhause auf der Dachterrasse. Watten Stress! *grins*

Also ich wünsche euch allen und besonders meiner Familie ein schönes und nicht zu warmes Weihnachtsfest!

Feliz Navidad!

¡Un fin de semana en Argentina!

Dezember 15, 2009

Dieses Wochenende war ich mit Carolina in Mendoza, Argentina. Wir sind direkt Freitagabend nach der Arbeit abgefahren, da die Fahrt dorthin doch immer zwischen 6 und 7 Stunden dauert. Es sind zwar nur knapp 400km allerdings existiert nur eine Landstraße über die Anden als Verbindung zwischen Santiago und Mendoza. Nachdem wir anfänglich Schwierigkeiten hatten unseren Bus zu finden, da das Busterminal riesig in Santiago ist und sich sogar über mehrere Gebäude erstreckt, machten wir es uns erst einmal bequem.

Die Fahrt bis zur Grenze war sehr kurzweilig, da es sowieso schon dunkel war und der Bus so bequem, dass wir die Fahrt dorthin erst einmal geschlafen haben. Der argentinische Zoll ist recht unkompliziert, der Mann brauchte zwar ein paar Anläufe um meine Aufenthaltsdauer in Chile nachzurechnen aber danach hatte ich ratzfatz meinen Stempel im Pass und es ging zum Gepäckcheck.  Der Grenzübergang liegt ziemlich hoch in den Anden und es war mal richtig kalt. Natürlich waren wir alle sommerlich gekleidet da in Santiago auch noch am Abend angenehme 25 Grad waren. Beim Gepäckcheck wurden wir zwar höflich darum gebeten alle unsere Sachen einmal auf einen Tisch zur Kontrolle zu legen, allerdings war es wohl schon so spät das die Kontrolle dann doch ausfiel und wir all unsere Sachen wieder zurück kramen durften.

In Mendoza angekommen hieß es erst einmal warten, da es halb 6 Uhr morgens war und noch keine Socke auf den Beinen war. Vor dem Busterminal konnten wir zum Glück einen Kaffee ergattern, allerdings war dies auch das einzigste was man zu dieser Zeit dort bekommen konnte.

Um halb 7 pünktlich zum Sonnenaufgang erwachte dann plötzlich die Stadt und schwubs kamen die Leute aus ihren Löchern gekrochen. Wir nahmen uns erst einmal ein Taxi bis ins Zentrum, da wir noch keine Entscheidung über ein Hotel getroffen hatten. Das Taxi war allerdings Museumsreif, genauso wie der Fahrer. Es war ein uralter Peugout und er fiel auch schon hier und da auseinander, allerdings war ich so von dem Taxi und dem Fahrer angetan das wir die Fahrt genossen. Der Fahrer war ein Urgestein aus der Stadt und es war ein alter Mann mit einem langen weißen Bart und ich glaube er fuhr dieses Taxi schon seitdem es vom Band gerollt ist.

Im Zentrum suchten wir uns ein nettes Hotel und frühstückten erst einmal. Nach dem Frühstück begann dann das Sightseeing durch die Stadt und es ist ein wirklich schönes Städtchen. Manchmal fühlt man sich in der Zeit zurückversetzt, da das Stadtbild durch die Straßenzüge und die Autos sehr von den 70ern und  80ern geprägt ist. Argentinien ist vom Preisniveau nochmal deutlich unter dem chilenischen und so kann man dort sehr gut und viel Essen und bezahlt nie mehr als umgerechnet 5 Euro, selbst ein Steak mit Wein kostet nicht mehr.

Am Nachmittag haben wir uns noch ein paar schöne Parks angeschaut die liebevoll mit Mosaiken und kleinen Fliesen dekoriert waren und an diesem Tag gab es sogar noch einen kleinen Trödelmarkt bei dem so mancher Gegenstand auch gut im Museum hätte liegen können.

Natürlich konnten wir es uns auch nicht nehmen lassen am Abend ein schönes Steak und eine Flasche argentinischen Rotwein zu uns zunehmen. In der Stadt selber gibt es gar nicht so viel zusehen, allerdings gibt es viele kleine und schöne Restaurants und Parks.

Am späten Abend ging es dann ins Casino und dies kann sich sehen lassen! Es ist ein wirklich schönes Casino mit vielen Automaten, aber auch Blackjack, Poker und sonstigen Spieltischen. Unser Traum vom schnellen Geld wurde  allerdings nicht wahr und unsere 10 Euro Spielgeld waren nach einer halben Stunde futsch. Egal! Nach einem Rum-Cola , der es verdammt nochmal in sich hatte, Respekt an dieser Stelle nochmal an den Barkeeper der echt nicht mit dem Rum gegeizt hat, hatten wir schließlich gut einem im Tee und wir konnten glücklich nach Hause wakkeln.

Am nächsten Morgen nach einem ausgiebigen Frühstück ging es auf zum Expressshoppen, da wir nur noch 2Stunden Zeit hatten und wir noch unbedingt Wein und Schokolade einkaufen wollten, da diese Ausgesprochen gut aus Mendoza sind.

Als wir eigentlich schon Richtung Busterminal aufbrechen wollten entdeckten wir noch den Mercado Central von Mendoza und auch wenn der Zeitdruck groß war machten wir noch eine schnelle Runde über ihn. Am Ende kauften wir noch Kirschen für die Rückfahrt (0,7kg, leider weiß ich dies nun sehr genau) für 10 argentinische Pesos (1,40Euro).

Da wir nur noch eine halbe Stunde Zeit hatten nahmen wir uns schnell ein Taxi, holten noch kurz unsere Sachen aus dem Hotel und fuhren direkt zum Busterminal. Die Bustour zurück war landschaftlich ein Fest für die Augen und der Fotoapparat lief heiß.

Zwischendurch wurde dann die Visa für Chile schnell ausgefüllt und wir einigten uns noch schnell darauf die Kirschen, die man nicht in Chile einführen darf, noch vor der Grenze aufzufuttern und sie somit nicht im Visaantrag zu deklarieren. Als man sich an der Landschaft satt gesehen hatte blieb ja noch genug Zeit ein bisschen zu knacken.

An der Grenze aufgewacht hieß es dann für alle aussteigen und Visa abholen. Also machten wir uns mit allen anderen auf dem Weg zum Zoll und holten unsere neue Visa ab. Anschließend ging es zur Gepäckkontrolle und wir packen schön all unser Hab und Gut auf die Tische. Als der Spürhund anfing an all den Sachen herum zu schnuppern und auf einmal plötzlich einen Freudenanfall an unseren verbotenen Kirschen erlitt, schlug seine Laune förmlich in den Himmel. Uns entglitten hingegen jegliche Gesichtszüge  und unsere Laune erreichte einen rekordverdächtigen Tiefpunkt. Während der Zollbeamte mal ziemlich angepisst darüber war, das wir Verbrecher versucht haben Kirschen zu schmuggeln und auch nicht mit sich reden ließ ging es erst einmal ins Buero. Schön an der Situation war allerdings, dass der Hund nun sein dummes Bällchen wieder hatte und die Kontrolle damit für ihn und dem Zoll beendet war und der Rest der Reisegruppe (mehr als die Hälfte) nun wieder, unkontrolliert und ganz in Ruhe, ihre Schmuggelware in den Bus räumen durfte. So manch einer sah plötzlich sehr erleichtert aus, da es noch andere gab die die Taschen voll mit Lebensmitteln und wer weiß was sonst noch hatten. ;)

Carolina und ich einigten uns noch schnell darauf, dass sie sich alleine für diesen Vorfall eintragen lässt, da solche Vorfälle für Ausländer auch gerne einmal sehr teuer werden und auch mal schnell zu einer ungewollten Verkürzung des Aufenthaltes in Chile führen können und sie deutlich weniger als Chilenin befürchten muss. (Gut das man eine Freundin hat auf die man alles schieben kann! ;) )

Nachdem man erst einmal verhört wurde als hätte man es mit hoch illegalen Sachen zu tun, wurde man gefragt ob man die Vernichtung der Ware mit ansehen möchte. Uns reichte die Tatsache das der scheiß Köter sowieso schon an den Kirschen rumgeleckt hatte und wir uns sicher waren das auch die Zollbeamten diese dann nicht mehr essen würden und dankten ab.

Am Ende nach vielen Formularen dürfen wir nun 100.000 Pesos (130 Euro) Strafe zahlen und der Kilopreis der Kirschen schoss damit ruckartig in die Höhe und es waren damit auf einmal die teuersten Kirschen aller Zeiten. Anschließend verließen wir, ohne auch nur eine Kirsche gekostet zu haben, die Zollstation und hofften, dass die Kirschen wenigstens lecker geschmeckt hätten.

Der Bus mit der Reisegruppe hatte den Vorfall natürlich mitbekommen und sie mussten eine halbe Stunde auf uns im Bus warten. Als wir wieder in den Bus einstiegen, wurden wir mit ganz bedauernden Blicken angeschaut und es hätte nur noch gefehlt das sie ein Geldsäckchen für uns durch den Bus gereicht hätten.

Somit wurde das eigentliche Schnäppchenwochenende zu einem sehr teurem. Aber da wir jetzt außer der Geldstrafe nichts zu befürchten haben, nahmen wir es mit Humor und wir konnten schon wieder Witze über die Situation machen.

Also die restlichen Wochenenden werden dann wohl etwas ruhiger ausfallen.

¡Tonto perro!

Trotzdem ein sehr schönes Wochenende und ich habe Blut daran geleckt mir Argentinien vielleicht mal etwas länger anzuschauen!


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